Logo
Home Mobil-Menü

Hilflos einem Großkonzern ausgeliefert.

Wir Segler haben nun mal den Wunsch ständig über die Entwicklung des Wetters informiert zu sein. Zumindest dann, wenn wir mit unserem Schiff unterwegs sind. Nicht umsonst habe ich mir auf meiner Homepage www.thalatta.info soviel Mühe mit der Verlinkung der wichtigsten Wetterseiten gemacht. Seit Jahren telefonieren wir in Spanien mit einer Prepaid. Um jedoch mit Hilfe eines Router das Internet zu nutzen, also Wetterabfragen zu tätigen, benötigen wir eine zweite Telefonkarte, die jedoch ausschließlich für den Datentransfer via Router auf unseren Rechner eingesetzt wird.

Um also unabhängig von WLAN Verbindungen zu sein, habe ich im Frühjahr 2010 einen Festvertrag mit der Firma Vodafone-ES abgeschlossen. Dieser Vertrag gibt uns die Möglichkeit, zwei Stunden täglich, für einen festen Monatsbetrag von € 20,00, ins Netz zu gehen. Ein von mir vorher genutzter Zugang mit einer Prepaidkarte hat sich in keiner Weise als praktikabel erwiesen, da ich bei dieser Art der Nutzung eine gewisse Datenmenge kaufen musste, ich aber nie wusste wie hoch mein Guthaben noch war. Das Abfragen, wie beim Telefon, war nicht möglich.

Mehr als zwei Stunden Verbindungsmöglichkeiten war nie notwendig. Bis etwa September 2010 lief alles bestens. Dann aber war über Nacht eine Verbindung mit dem Router von Vodafone nicht mehr  gegeben. Zuerst dachte ich an einen Einstellungsfehler meines Rechners. Da ich jedoch zwei von einander unabhängige Computersysteme habe, kam diese Variante nicht in Frage. Bei unserer Rückkehr von unserem Herbsttörn sind wir dann nach Luchmajor, zur Firma Casatres gefahren. Hier hatte ich den Vertrag mit Vodafone geschlossen. Das Geschäft war in der Auflösung, doch die Mitarbeiterin war noch bereit meinen Router zu testen und stellte fest, das die SIM Karte defekt ist. Eine relativ einfache Geschichte. Ab in den nächsten  Vodafone Laden und einfach eine Kopie erstellen lassen. Gesagt und von uns getan.

Im Supermarkt Carrefour, kurz vor Palma, gibt es einen Vodafone Laden. Wir müssen warten. Auch hier sind einige Kunden vor uns. Der freundlichen Mitarbeiterin erklären wir die Situation, aber die notwendige Verbindung zum Hauptrechner kann nicht hergestellt werden und dadurch stehen die notwendigen Informationen ihr nicht zur Verfügung. Am späten Nachmittag sollen wir noch einmal vorbei kommen. Wir sind hoffnungsvoll und fahren am Nachmittag erneut zum Carrefour. Der Zugang zum Rechner ist jedoch immer noch nicht möglich. Wir zweifeln. 

Am nächsten Tag erinnern wir uns, dass in Arenal, im Mercadona ebenfalls ein Vodafone Laden geöffnet hat. Dort treffen wir auch auf eine freundliche Mitarbeiterin, die sich geduldig unsers Problems annimmt. Jedoch streikt Ihr Rechner ebenfalls bei dem Versuch unsere Vertragsdaten einzusehen. Wir verabreden uns für den folgenden Tag. Auch an diesem ist es nicht möglich in das System zu kommen, damit mein Problem gelöst werden kann. Es ist nicht zu fassen. Vodafone, eine Weltfirma auf dem Niveau eines Krämerladens.

Feli bleibt noch einige Tage auf der Thalatta, ich muss zurück nach Deutschland. Man versichert ihr, sich um das Problem zu kümmern und anzurufen sobald die Kopie der SIM Karte da ist. Kurz vor ihrer Abreise bekommt Feli den Rückruf. Eine Lösung ist jedoch nicht zu erkennen.

Es ist sicherlich überflüssig zu erwähnen, dass Vodafone pünktlich jeden Monat unser Konto mit den Gebühren belastet.

Einen Tag vor Heiligabend sind wir wieder auf der Insel, auf unserem Schiff. Nach den Feiertagen wollen wir die Angelegenheit wieder aufgreifen. Werner, von der SY Liberty erzählt uns, das Christian Müller in Can Pastilla einen Laden eröffnet hat. Wir fahren nun dorthin. Da Christian Vodafone nicht mehr repräsentiert, hat er natürlich kaum Möglichkeiten uns zu helfen, stellt aber ebenfalls fest, dass die SIM Karte nicht funktioniert.

Aber auch er gibt uns den Rat, nach Palma fahren, zu Vodafone, um eine Kopie machen zu lassen. Jetzt nimmt der Wahnsinn erst richtig Fahrt auf.

Da wir sowieso nach Palma wollen, kann diese Aktion ja auch dort erledigt werden. In der Nähe des Plaza de Espana befindet sich ein Vodafone Laden, den wir aufsuchen. Wie bei uns in Deutschland  ,auch hier lange Wartezeiten. Wir tragen unseren Wunsch vor, der auch scheinbar zum Alltagsgeschäft, der noch freundlichen Mitarbeiterin, gehört. Sie loggt sich ein, das funktioniert schon mal, und stellt fest, dass der Anschluss, laut ihren Unterlagen, nicht mit den Daten meines Personalausweises identisch ist. Wir zeigen ihr den Vertrag, dessen Daten mit meinem Personalausweis natürlich übereinstimmen. Wir zeigen ihr die SIM Karten, mit dem dazugehörigen PUK. Wir erklären ihr, das Vodafone monatlich abbucht. Es dauert. Sie bespricht sich mit Kollegen. Sie telefoniert. Feli spricht ganz passabel spanisch. Problematisch sind die Vokabeln, wenn es um die Technik geht. Wir rufen Christian in Can Pastilla an, damit er ihr die Angelegenheit nochmals in perfektem spanisch erklären kann. Mittlerweile werden wir laut. Im Laden werden die anderen Kunden ungeduldig. Feli meint, wenn wir jetzt penetrant werden, werden sie sich vielleicht doch noch Mühe geben, die Angelegenheit, in unserem Sinn zu lösen. Aber nein, es kommt zu keinem Ergebnis. Wir wollen den Vertrag kündigen, das geht jedoch nicht, so meint die Dame, da wir ja schließlich nicht Inhaber der Datennummer sind. Wer denn Eigentümer sei, will oder darf sie uns nicht sagen. Wir beenden diesen Blödsinn und fahren am Nachmittag noch einmal zu Christian. Christian Müller setzt sich nun im Folgenden sehr intensiv in dieser Sache für uns ein., wohrüber wir sehr dankbar sind. Vielleicht fühlt er sich verantwortlich, da wir den Vertrag in seinem früheren Laden in Lucmajor geschlossen haben. Da er ja an dem Schlamassel mit Vodafone keine Schuld hat, trägt er hier natürlich keine Verantwortung. Er ist zweifellos sehr hilfsbereit.

Christian telefoniert und telefoniert. Wird von einem Sachbearbeiter zum nächsten verbunden. Jeder der ihn kennt weiß, dass er nicht die geringsten Sprachprobleme mit der spanischen Sprache hat und bedingt durch seinen Job, fachlich kompetent ist. Er ist mit seinen Gesprächspartnern auf Augenhöhe.

Wir brechen ab und verabreden uns für den nächsten Tag. Natürlich bleibt dieses Chaos Gesprächsthema bei uns. Am Abend dann der nächste Höhepunkt in Sachen Vodafone. Feli kommt auf die gute Idee, unsere Datentelefonnummer anzurufen. Mal sehen was geschieht.

Sie greift zum Handy und wählt. Am anderen Ende eine Mailbox auf die sie in spanisch um Rückruf bittet. Es vergeht etwa eine Stunde und unser spanisches Handy klingelt. Am anderen Ende Jose aus Barcelona. Nach anfänglicher Zurückhaltung, er dachte es ist ein Werbeanruf, erfahren wir, das Jose im letzten September eine Prepaid Karte mit exakt der gleichen Telefonnummer wie unsere, gekauft hat. Vodafone hat also zweifellos ein und die gleiche Telefonnummer zweimal zugeteilt. Was ist das anderes als Betrug?

Mit dieser Information fahren wir dann am nächsten Tag zum wiederholten mal zu Christian, mit der Hoffnung auf eine schnelle Lösung. Nein, wir sind sicher das Problem endlich zu lösen. Schließlich können wir in unseren Unterlagen ohne Lücken darlegen, wann wir den Vertrag mit Vodafone abgeschlossen haben, ab wann er nicht mehr funktionierte und wer mittlerweile diese Nummer nutzt. Die Abbuchungen der monatlichen Gebühren können wir mit den entsprechenden Kontoauszügen darlegen. Was soll jetzt noch fehlen?

Christian telefoniert und telefoniert. Erklärt dutzende Male, wie am Vortag immer wieder anderen Sachbearbeitern die Situation. Keiner fühlt sich dazu in der Lage eine Entscheidung zu treffen. Es ist nicht mehr zu verstehen. Zwischendurch bedient und berät Christian seine Kunden. Wir nehmen seine Zeit in Anspruch, zur Klärung der kriminellen Aktivitäten der Firma Vodafone, die er nicht zu vertreten hat und uns kostet es Freizeit und Nerven in mittlerweile erheblichem Maße. Ein kleines Ergebnis bekommen wir irgendwann. Die ganze Angelegenheit ist nun beim Betrugsdezernat angekommen und hat eine Vorgangsnummer. Aber wir sind immer noch nicht viel weiter. Was sollen wir noch machen? Es ist vereinbart, dass wir einen Anruf aus dem Betrugsdezernat erhalten werden. Der kommt auch. Leider am Abend als wir im Supermarkt sind. Da der Sachbearbeiter Informationen haben wollte, die wir ihm in der Situation nicht geben konnten, vereinbart Feli mit ihm ,am Telefon im Supermarkt, das wir ihn am nächsten Tag zurückrufen werden, da ein Bekannter besser spanisch spricht. Die Telefonnummer war ja im Display angezeigt.

Der 6. Januar ist Feiertag in Spanien. Am Freitag 7. Januar fahren wir wieder zu Christian in seinen Laden. Wir müssen erfahren, dass es technisch nicht möglich ist, die Telefonnummer des Gesprächspartners anzurufen. Das weiß der Anrufer von Vodafone nicht? Christian telefoniert noch einmal, mit dem Ergebnis, dass uns von Vodafone der Rat gegeben wird alles noch einmal aufzuschreiben, von allen Unterlagen Kopien zu machen und alles an Vodafone zu faxen. Es wird sich dann bestimmt jemand kümmern. Ganz bestimmt. Jetzt hatte selbst Christian Müller die Nase voll und hat dies in unserem Namen abgelehnt. Wir fahren zur Bank, stornieren die vorhandene Einzugermächtigung zu Gunsten der Firma Vodafone und holen die letzten zwei Abbuchungen zurück, in Erwartung was nun passiert.

Wie sind die Aussichten? Was kann noch geschehen? Was kann UNS noch geschehen?

Vodafone begreift immer noch nicht was los ist. Führt ihren Betrug unvermindert fort und wird, damit rechnen wir nun, gegen uns ein Mahnverfahren einleiten, denn wir zahlen ja nicht mehr.

Unsere Geschichte wird also eine Fortsetzung haben.

 

......und so ging es weiter.

Herbst 2013. In den letzten zwei Jahren haben wir an unsere Adresse im Club Nautico Arenal mehrere Schreiben mit entsprechenden Drohungen von einem Anwalt aus Madrid bekommen. Uns wurde geraten nicht zu antworten. Seit diesem Frühjahr ist Funkstille eingetreten. Gut so, wir werden auch nicht nur einen Cent an Vodafone zahlen. Die Sache ist, so hoffen wir, nun ausgestanden.

Nächstes Thema:  Schnappschüsse