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Dieselpest an Bord

Im Dieselkraftstoff können Mikroorganismen (Pilze u. Bakterien) leben und sich unter bestimmten Bedingungen auch vermehren. Vorausgesetzt jedoch das Wasser, Kondenswasser des Tanks zum Beispiel, im Tank vorhanden ist. Schon eine kleine Menge Wasser reicht für ein mikrobielles Wachstum. Es werden darüber hinaus für das Wachstum Schwefel, Phosphor und Spurenelemente in chemisch gebundener Form benötigt, welche im Diesel vorhanden sind. Der Kraftstoff der in den Tank gefüllt wird, sollte unbedingt sauber und natürlich ohne Wasser sein.

Die alte Filteranlage
Die alte Filteranlage

Des weiteren geht von Algen eine Gefahr für die Dieselleitung aus. Diese befinden sich nur im Wasserbereich des Tanks. An den Wänden und den Schlingerblechen können sich ebenfalls dunkel bis schwarze, schleimige Ablagerungen bilden.

Mikroorganismen führen auch zu Korrosion am Tank, welche einen glitschigen Schlamm erzeugt. Auch bei VA-Tanks ist dies nicht auszuschließen. Der Schlamm verstopft meist die Kraftstoffleitung und kommt erst gar nicht im Vorfilter an.

Bei der Kraftstoffversorgung auf unserer Thalatta war es so, dass eine Leitung vom Tank hin zum Vorfilter durch eine sich verjüngende Messingschraube im rechten Winkel in den Vorfilter führte.

Genau an dieser Durchfluss Verengung, gepaart mit einem 90° Winkel, verstopfte die Kraftstoffleitung. Schmutzteile wie Algen ect. sind also erst gar nicht bis zum Filter gekommen. Dieser war immer sauber. Zweimal ist mir der Motor ausgegangen und es war mir nicht möglich die Leitung wieder frei zu bekommen. Geschehen vor der westlichen Küste von Ibiza und  zwischen Mallorca und Ibiza. Um dieses Problem zu lösen, habe ich nun einen Separ-Bypass-Filter eingebaut. Dieser Filter hat im Zulauf keine Verjüngung und keinen 90° Winkel. Er besteht aus zwei voneinander unabhängigen Filtern. Mit einem Kugelhahn kann ich nun bei Bedarf von Filter 1 auf Filter 2 umschalten. Der Wasserabscheider arbeitet mit einer Verwirbelung, was zu einem hohen Wirkungsgrad führt. Die Filteranlage ist so angebracht,  dass ich jederzeit durch eine große Klappe im Achterschiff Zugriff habe.

 

Die neue Doppel-Filteranage
Die neue Doppel-Filteranage

Unabhängig von einer guten Kraftstofffilteranlage sollten vorbeugende Maßnahmen der richtige Weg sein.

Um möglichst sauberen Dieselkraftstoff zu tanken, vermeide ich, wenn es irgendwie möglich ist, Tankstellen im Hafen. Mit zweimal 25 Liter-Kanistern und einer bordeigenen Sackkarre, tanke ich lieber an Markentankstellen im jeweiligen Ort. Meist befinden sich solche in direkter Nähe zum Hafen. Ich glaube an diesen Tankstellen wird regelmäßiger die Tankanlage gewartet und die Vorratstanks öfter gesäubert.

Des weiteren ist der Einsatz von Bioziden/Bakteriziden der problemloseste und beste Lösungsweg.
Von diesen Produkten sind einige auf dem Markt. Das Produkt „GrotaMar 71" ist  bekannt und hat bei durchgeführten Testreihen in bekannten Segel- und Yacht-Zeitschriften bestens abgeschnitten. 

Mit GrotaMar 71 steht uns ein hochwirksames Konservierungsmittel als Biozid, welches bei niedrigen Konzentrationen Bakterien und Pilze vernichtet, zur Verfügung.
Mar 7l ist sowohl in Dieselkraftstoff als auch in Wasser löslich, so dass eine Anreicherung in der besonders gefährdeten Wasserphase stattfindet. Aufgrund seiner Alkalität, kann das Einsatzprodukt, die durch mikrobielles Wachstum gebildete Säure, neutralisieren und einen Korrosionsschutz für Stahl aufbauen. Es bildet keine korrosiven Verbrennungsprodukte!

Wenn also bei jedem Tankvorgang die notwendige Menge GrotaMar 71 hinzu gegeben wird und der Motor eine gute Filteranlage hat, sollte der Ausfall der Maschine, wegen verstopften Leitungen, der Vergangenheit angehören. 

Problem mit dem Gori-Propeller

Um einen optimalen Vortrieb unter Maschinenkraft zu ermöglichen, haben wir uns 2006 dazu entschlossen, den Festpropeller gegen einen Gori-Propeller auszutauschen. Dieser 3-flügelige Gori Faltpropeller, mit seiner „Overdrive-Funktion", verleiht dem Fahren unter Motor eine andere Dimension.

Der zugewachsene Gori
Der zugewachsene Gori

Es ist möglich, während der Vorwärtsfahrt die Steigung und das Profil des Propellers zu ändern. Der „Overdrive" wird unter Motor, bei ruhigem Wetter oder beim Motoren unter Segel verwendet. Der „Overdrive" gibt die gleiche Geschwindigkeit bei geringerer Drehzahl. Dieses bedeutet weniger Motorlärm, weniger Vibration und reduzierten Kraftstoffverbrauch.

Die Funktion ist einfach. Um von normal Voraus in „Overdrive" zu gelangen, über Leerlauf in Retour schalten, das Schiff muss deutlich rückwärts fahren, danach wieder auf Voraus schalten. Um von „Overdrive" wieder in normal Voraus zu gelangen, Schaltung auf Neutralstellung schalten, Propeller faltet zusammen, wieder auf Voraus schalten.

Die "Overdrive" Funktion und das Umdrehen der Propeller beim Manövrieren ist einzigartig und unterscheidet den Gori 3-flg. Faltpropeller von allen anderen Propellern. Auf dem Bild kann die aufwendige Verzahnung andeutungsweise erkannt werden.

 

Genau dort liegt das Problem des Gori-Propeller. Vor einigen Jahren, in der Winterzeit, sind wir mehr als drei Monate nicht mit unserem Schiff unter Motor gefahren. Als ich dann im Februar mit der Thalatta an Land wollte, um das Unterwasserschiff neu zu streichen, war ein Fahren unter Motor in Richtung Kran schon nicht mehr möglich. Die Schraube war völlig zugewachsen. Selbst mit Gewalt und höchst bedenklichen, chemischen Mitteln war es nicht möglich, die Flügel gängig zu bekommen.Uns blieb nur die Möglichkeit der Demontage. Zum Hersteller nach Schweden haben wir den völlig festgefressenen Propeller geschickt, mit der Bitte um Reparatur und Kommentar. Als ich ihn zurück bekam, war er wie neu, aber eine Erklärung, warum er so dermaßen festsaß, habe ich nicht erhalten. Meines Erachtens muss ein Faltpropeller 3 Monate Ruhestand ohne Funktionseinbuße überstehen können. Ich kenne einige Skipper die auch einen Gori fahren, von denen ich jedoch bisher nichts negatives gehört habe.

Im Internet habe ich vor einiger Zeit eine Zeichnung gefunden, wie man einen Propeller schützt und diesen Schutz, ohne tauchen zu müssen, wieder entfernen kann.

Eine Plastiktüte über den Propeller zu ziehen und zu befestigen ist im Oktober oder November im Mittelmeer kein großes Problem. Das Wasser ist noch warm. Aber im Februar oder März sieht es mit den Wassertemperaturen noch nicht so freundlich aus.

Die hier vorgeschlagene Lösung ist machbar und ich habe sie so übernommen. Jeweils im Frühjahr berge ich die Plastiktüte vom Heck aus und der Gori ist völlig frei von Bewuchs.

 

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