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Markol-Cup 2012

Ein-und Ansicht eines Neuling

 

Ostern 2012, wir waren in unserem Heimathafen Arenal/Mallorca, unsere Yacht stand auf dem Trockenen. Der neue Anstrich des Unterwasserschiffs nebst Erneuerung der Anoden stand an. Auf Hochglanz poliert wurde unsere Thalatta natürlich auch noch. Drei Wochen, mit ein wenig Arbeit, segeln an der Ostküste und Ausflügen auf der Insel gingen zu Ende. Am nächsten Morgen wollten wir zum Ijsselmeer fahren, um an einer Regatta teilzunehmen, am Markol - Cup 2012. Am Flughafen in Düsseldorf schoss es mir durch den Kopf: Wie blöd bin ich eigentlich, von fast sommerlichen Temperaturen in das nasskalte Lemmer zu fahren. In Erwartung drei Tage auf einem engen Schiff, mit Leuten die ich nicht kenne, frierend und ständig von einer drohenden Erkältung übermannt zu werden, über das ruppige IJsselmeer  zu segeln. 

 

 

Auf unser Taxi nach Moers wartend, telefonierte Feli mit Uschi und Friedhelm, die ebenfalls für dieses jährliche Segel-Event gemeldet waren, und schon auf der Fahrt nach Lemmer, dem Austragungsort, waren. Die Vorfreude, hauptsächlich bei Feli, auf dieses Ereignis ließ uns übermütig werden. Unsere Weiterreise wurde nun neu überdacht. Wenn wir bis 18 Uhr zu Hause sind, wechseln wir nur schnell die Koffer und fahren die 220 km noch heute bis zum Ijsselmeer. So der neue Plan. Kaum ausgesprochen stand unser bestelltes Taxi abfahrbereit. Der prognostizierte Stau auf der A 57 reduzierte sich zu einem verdichtenden Verkehr. Was jedoch unseren Taxifahrer mit Nachwuchs-Rallye Ambitionen nicht sonderlich zu beeindrucken  schien. Das beherzte Wechseln der Fahrbahnen machte er sich zur Tagesaufgabe. Einige Minuten nach 18 Uhr standen wir vor unserem Haus. Durch unsere neue Planung durfte ich nun eine völlig neue Erfahrung machen. Wenn es um  segeln und Party machen geht, kann eine Frau, wie die meine, in aller kürzester Zeit von Mittelmeer auf Ijsselmeer umdenken. Kurz vor sieben hatte ich unser Haus hinter mir abgeschlossen. Im Auto zwei bis 4 Taschen, meine Frau Feli, sich wohlweislich nicht mehr umdrehend und scheinbar mit ihren Gedanken schon in Richtung Friesland, auf ihrer „SY Hanna" und bei ihrer Damencrew, die Sie schon vom letzten Jahr kannte. In den Niederlanden einen kurzen Stopp bei Mc Donald‘s eingelegt und gegen 21.30 h waren wir schon in Lemmer, auf der Parkplatzsuche in der  Yachtwerft „Maronier" Von Palma nach Lemmer in 7 1/2 Stunden. Zuerst mit dem Flieger nach Düsseldorf, von dort mit dem Taxi nach Kamp-Lintfort und dann mit dem Auto die letzten 220 km bis Lemmer. Kein schlechtes Etmal. 

Lemmer in Friesland/NL
Lemmer in Friesland/NL - Klicken Sie auf das Bild für eine Slideshow

Es war der 13. Markol-Cup der am 21. und 22. April 2012 vor der Friesischen Stadt Lemmer am Ijsselmeer ausgesegelt wurde und gleichzeitig mein Erster. Feli ist im letzten Jahr ihren ersten Markol-Cup gesegelt. Auf dem, für diese Regatta gecharterten Schiff, einer Bavaria 36 und auf den Namen „Playmate" getauft, hatte ich einen Kojenplatz. Feli hatte ihren Platz auf der „SY Hanna", besetzt mit einer reinen Damencrew. Diese beiden Schiffe galt es nun zu finden. Die Stege waren eng mit Segelyachten belegt und auf vielen Schiffen ging es schon lebhaft zu. Trotz tiefer Temperaturen saßen einige Crews, natürlich in wärmender Kleidung, in der Plicht. Uns Mittelmeersegler schauderte es schon nur beim Anblick. Im Geist ging ich noch einmal mein Wetterkleidung Equipment durch. Ein Schwimmsteg, der seinem Namen alle Ehre machte, brachte uns zunächst ein wenig aus dem Gleichgewicht. Wir entdeckten zuerst die „Playmate", die jedoch hell erleuchtet aber ohne Leben, ohne Besatzung, in ihren Leinen hing. Wie nicht anders zu erwarten, war die „SY Hanna" überbesetzt. Nicht alleine von Ihrer Crew, sondern auch von Seglern anderer Schiffe. Wer stattet einer Damen-Crew nicht gerne mal einen Besuch ab? Der Tisch im Salon bog sich vor leckeren Tapas und Rotwein. Nichtsegler konnten bei diesem Anblick glauben, dass diese Völlerei der normale Zustand auf Segelyachten ist. Wir wurden freundlich begrüßt. Es gab viel zu erzählen und zu hören. Wer kann nicht ein Lied davon singen, wie schnell ein paar Stunden, beim klönen unter Seglern auf einem Schiff in einem gemütlichen Salon verstreichen? Es kam der Moment, als unser Skipper Friedhelm zum Aufbruch rief. Kojen einrichten und persönliche Dinge verstauen war nun angesagt. Solche Aufgaben sind bekanntlich nach einigen Gläsern und zur späten Stunde besonders gut zu händeln.

Crew der SY Playmate
Crew der SY Playmate - Klicken Sie auf das Bild für eine Slideshow

Die Crew der Playmate war noch nicht komplett. Friedhelm, unserem Skipper sowie Heinz, der dafür gesorgt hatte, dass unsere Kombüse gut bestückt wurde, waren neben mir nun an Bord. Die Vorschiff Koje an Backbord war meine. Mit Heinz hatte ich diese zu teilen. Das war gut so. „Wo mein Bettzeug und mein Schlafsack wäre?" wollte Heinz wissen. 

Alle Glocken läuteten nun bei mir. Jetzt musste ich büßen. In der Eile, vor ein paar Stunden, hatte ich das Nachgefragte zu Hause vergessen. Der Gang zur „SY Hanna" bestätigte meine Vermutung. Ich konnte zwar keine Gedanken lesen, aber Feli‘s Gesicht sprach Bände. Ihre Fehlbestände waren die gleichen. Es erging ihr also genauso. Sie hatte obendrein, für eine Frau einer Katastrophe gleichzusetzen, ihre gesamte Kulturtasche zu Hause im Bad stehen gelassen. 

Unter Segler (innen) ist Hilfe zu erwarten. Von der Frauen-Crew bekam ich eine Decke, Heinz hat mit mir das Lacken geteilt. Die Mädels auf der „SY Hanna" statteten Feli aus ihren Beständen reichlich mit besten Präparaten aus. Den Rest haben wir dann am anderen Morgen in Lemmer gekauft.

Bevor es jedoch in die Kojen ging, nahm die noch unvollständige Crew der „ SY Playmate", ein paar Biere in der „Oude Sluis". Was wollten wir ohne Handy machen. Dank dessen, konnte Heiner und Lothar, unsere Crew-Verstärkung, ohne nennenswerte Zeitverzögerung, vom Hafen zwecks kleinen Umtrunks zur „Oude Sluis" umgeleitet werden. 

Um 19.00 Uhr war es dann soweit. Friedhelm unser Skipper besorgte die Freibiermarken und es ging in Richtung der Halle, die zu einer Festhalle umfunktioniert wurde. Das „Walsumer-Brauhaus" hatte ihren Bierwagen aufgebaut und die Mannschaft von den „Spanischen Schanzen" aus Rheinberg versorgten fast 250 Segler und Seglerinnen mit Spießbraten und Bratkartoffeln. 

Christian, von der Yachtcharter Agentur Sarres-Schockemöhle aus Rheinberg, die auch Ausrichter dieser Regatta war, begrüßte uns Teilnehmer. Das dieser Markol-Cup die laufende Nummer 13 trug und das noch an einem Freitag den 13ten, war natürlich ein Thema, an dem er nicht vorbeikam und wohl auch nicht vorbeikommen wollte. Die Anlehnung an die nicht vorhandene 13.Sitzreihe im Flugzeug und den nicht vorhandenen 13.Stock eines Hochhauses ließ Christian mit der Frage enden „hätten wir mit dem 14. Weitermachen sollen?"

Natürlich nicht. Wir sind ja nicht abergläubisch, habe ich Christians Worten entnommen. Ließ er das Fragezeichen im Wissen der Tatsache stehen, dass viele Segler und Seglerinnen, „Rasmuss, dem Gott des Windes" den ersten Schluck aus der Bierdose opfern, um diesen gnädig zu stimmen? Lassen wir Christian dieses Geheimnis. Es dauerte schon eine Zeit bis alle Teilnehmer mit Spießbraten und Bratkartoffeln versorgt waren. Die Jungs von den „Spanischen Schanzen" waren aber auch ohne Zweifel ein Highlight. Spät in der Nacht outeten sich einige zweimal in der Schlange gestanden zu haben. Nun war der Durst das größte  Problem, was es zu bekämpfen galt. Der Bierpavillon vom „Walsumer-Brauhaus" war folgerichtig stark umlagert.  „DJ Dirk" ließ die ersten Scheinwerfer aufblitzen, die dann im Takt der Musik den zu erwartenden Rhythmus der Nacht vorgaben.

 

Eröffnungsparty
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Die meisten Crews versammelten sich um die runden Biertische. Es wurde eng. Dies war jedoch nützlich, da man so den doch gewollten Kontakt zu anderen Schiffsbesatzungen knüpfen konnte. Dass hier die beiden teilnehmenden Damen Crews im Focus standen, war so zu erwarten. Gute 250 Personen vor Ort in dieser Festhalle. Das besondere war, ich habe es jedenfalls so empfunden, dass jeder sich mit jedem unterhalten kann, weil wir alle aus gleichem Holz geschnitzt sind. Wir lieben das Wasser (solange es außer Bord ist), den Wind, die Rauschefahrt unter vollen Segeln, das Bordleben. Eben alles Maritime. Somit konnte es an gemeinsamem Gesprächsstoff kaum mangeln. Will man mehr gute Voraussetzungen vorfinden, um neue Freundschaften zu gründen oder alte zu pflegen?

Seglern sagt man im Übrigen auch eine gehörige Portion Flexibilität nach. Muss wohl so stimmen, denn der Bierhahn am  Getränke Pavillon klemmte eine längere Zeit, was die meisten dazu veranlasste, auf Bordvorräte zurückzugreifen. 

Dirk, der Discjockey legte sich schon eine geraume Zeit mächtig ins Zeug, aber erst unsere Mädels sorgten für entsprechende Aktivität auf der Tanzfläche wobei von dichtem Gedrängel nicht die Rede sein konnte. An den Stehtischen stieg die Stimmung aber zusehends, bis zu diesem, auf jeder Segler Fete fest eingeplanten Moment, wenn Rod Stewart‘s - Sailing erklingt. Die Segler Hymne, unsere  Hymne. Als wäre es abgesprochen, umarmten sich alle auf der Tanzfläche befindlichen zu einer schwingenden und wogenden Gruppe. Sailing ist Mythos. Es bildete sich innerhalb von Sekunden ein Kreis der mit jeder Sekunde wuchs- bald bis zur maximalen Fläche vor der Disko. Gänsehaut Feeling pur. Welcher Segler oder welche Seglerin wird hier nicht weich und sentimental. Bei alten Seebären, mit tausenden von Seemeilen im Kielwasser, habe ich in solchen Momenten schon Tränen in den Augen gesehen. 

Um 1.30 Uhr war für uns die Fete zu Ende. An Bord der „Playmate" saßen Heiner und Ralf noch zusammen. Heinz lag, nach seinem unermüdlichen Einsatz als „Hilfszapfer" beim „Walsumer Brauhaus", schon in der Koje. 

Es war eine verdammt kurze Nacht, als am nächsten Morgen, gegen 8.00 Uhr, dass erste Rumoren aus der Kombüse zu hören war. Kissen über die Ohren ziehen war eine vergebene Mühe. Frühstücken war nun auf dem Ablaufplan. Der Salontisch bog sich mit verschiedenen Brotsorten, einem Käsebuffet und einem Wurstangebot wie bei dem heimischen Metzger meines Vertrauens. Kaffee, Tee, Milch und eine große Schüssel Rührei sollten den Tag die notwendige Kraft und Stärke geben. Das alles verdankten wir Heinz, der alles eingekauft hatte. Im Süden, wo wir viel Zeit auf unserem Schiff verbringen, kennen wir das so umfangreich nicht. Wir beobachten diese opulente Art der Frühstückszeremonie jedoch immer wieder bei deutschen Chartercrews auf den Balearen. Wir glauben, dass sie dadurch viel Zeit verlieren, da an ein Auslaufen, aus dem Hafen, selten vor 12.00 Uhr zu denken ist. Aber die Geschmäcker und die Lebensart sind, Gott sei Dank, verschieden.

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Skipper Besprechung um 9.00 Uhr, ein fester und wichtiger Bestandteil der dann vor uns liegenden Veranstaltung. Friedhelm, unser Skipper und Heiner unser Steuermann waren nun die Leittragenden, die unseren Frühstückstisch vorzeitig verlassen mussten. Der Blick durch den Niedergang ließ mich erschaudern und erneut über meine Segelbegeisterung in Zweifel geraten. Es regnete Bindfäden, die jedoch bedingt durch die gut 4 Windstärken aus W-SW, seitlich trafen. Wolkenwände in unterschiedlichsten Grautönen schoben sich landeinwärts und verschmolzen mit der Landmasse. Ein Wetter, das mich mehr zum Aufenthalt auf einer bequemen Couch, als zum segeln animieren konnte. Die Wetterkleidung, die sich in meinem etwas angestaubten Wetter Equiqument befand, machte mich unbeweglicher als ich es sonst bin. Sicherlich ist sie eingelaufen. Das Material hatte, so glaubte ich, Alterserscheinungen. Nein, Quatsch, ich habe mal wieder zugelegt. Das war die Wahrheit.  

Mit uns segelten noch weitere 42 Schiffe mit etwa 250 Seglerinnen und Segler in Richtung Regattafeld. Die Startlinie hatten wir fest im Blick. Der Regen hatte aufgehört, dafür ist der Wind auf etwa 6 Beaufort nach oben geschnellt. Die Genua durfte laut Regattarichtlinie erst eine Minute vor dem  Start geheißt werden. Wir überquerten die Startlinie fast mit dem Schuss und lagen verdammt gut im Rennen. Die Mehrzahl unserer Startgruppe hatten wir im Kielwasser. Keine Nervosität beim Skipper oder  Steuermann. Der Rest der Crew arbeitete kommentarlos, hochkonzentriert aber mit dem notwendigen Spaß. Natürlich auf Anweisung von Heiner, unserem Steuermann. Ein 42 Fuß Schiff wollte in Luv an uns vorbeiziehen. Unsere bestens eingestellten Segel ermöglichten es uns, hart an den Wind zu gehen und unseren Konkurrenten in die Schranken seines möglichen zu ersegelnden Windwinkels zu verweisen. Nur der Weg in Lee war für ihn segelbar, was uns den Vorrang an der ersten Tonne erbrachte. Hier lichtete sich das Feld der Mitsegler dramatisch. Verlorene Höhe machte einigen Yachten die direkte Rundung der Tonne unmöglich. Mit gutem Raum machten wir Fahrt, trotzdem kamen wir nicht umhin, die „Playmate" auf den Streckbug zu legen, um entsprechende Höhe für unsere nächste Tonne zu bekommen. Bei dem zu segelnden  Dreieck folgte nun der Vorwindkurs. Ausbaumer oder ähnliche Hilfsmittel, für die schlafe Fock, waren nicht erlaubt. Ralf der wohl größte unserer Crew hielt unser Vorsegel so weit wie möglich in den Wind. An einer Wante angelascht und vom Skipper gesichert wurde das Überbordgehen unseres Segelfreundes Ralf verhindert. Zweimal musste dieser Dreieck Kurs absolviert werden. Fast als erste Yacht lag nun unsere „Playmate" wieder im Hafen. Das versprach ein gutes Ergebnis für die beiden ersten Läufe. Das Wetter spielte nun verrückt. Blauer, fast wolkenloser Himmel. Eine Yacht nach der anderen trudelte nun ein. Leichte Bekleidung statt  Wetteranzüge war nun angesagt. Es gab viel Erlebtes zu erzählen. In der Plicht sitzend entwickeln sich Bordgespräche über das Sülbord hinaus. Lachen und gute Stimmung im gesamten Regattalager bis spät in der Nacht.

Sonntag 9.00 Uhr, Skipperbesprechung. Von blauem Himmel keine Spur mehr. Aprilwetter mit Regen und Wind um die 6 Beaufort. Die Wolkenberge schieben sich von Westen herein und wollen sich scheinbar in ihrer tiefen Schwärze und Ungemütlichkeit überbieten. Tief hängen sie und greifen nach dem Land und nach der See. Von der Hoffnung auf einen comoden Segeltag unter Wettkampfbedingungen, waren wir  meilenweit entfernt. Die Regattaleitung hat ein Einsehen und wertete, das wieder zweimal zu durchfahrende Dreieck, jeweils einzeln. Da mit Böen von 7 Beaufort gerechnet wurde, sind alle Yachten dann aus Sicherheitsgründen in einem Startfenster auf die rund 18 sm geschickt worden. Es kam dann so wie auch vorhergesagt wurde. Wetterbedingungen die im April, im IJsselmeer, nicht ungewöhnlich sind. Zu den Windböen um die 7 Beaufort gesellten sich Regen und zu allem Überfluss noch Hagelschauer. Um die gute Laune unter den Schiffsbesatzungen nicht zu sehr zu strapazieren, schickte Petrus noch zwischen den Schauern kurze Aufheiterungen. Einige Crews waren jedoch an ihre Grenzen gestoßen. Es lief wieder gut mit uns. Genau wie am Tage zuvor machten wir die „Playmate" fast als erste im Hafen fest. 

Der Nachmittag brachte uns, wie am Tag zuvor, Sonnenschein, Hafenleben, Diskussionen und individuelle Bewertungen um das Geschehen auf der Regattastrecke. Über den Stegen, an denen die noch vor kurzem im Wettstreit liegenden Schiffe nun friedlich und einträchtig lagen, mischte sich ein angenehmes Stimmengewirr, gemischt mit Musik aus den Bordlautsprechern. Mal laut mal leise aber immer im Tonfall mit viel Freude über das Erlebte. Die Siegerehrung stand nun als letzter Programmpunkt an. In der Festhalle bog sich der Tisch fast unter der Last der zu vergebenen Pokale. Christian ließ die letzten zwei Tage noch einmal in Kurzform Revue passieren. Feli stand gerade günstig in der ersten Reihe und wurde so zur „Glücksfee" für die ausgelobten Sachpreise und für das von der Künstlerin Rita Schlenkoff gestiftete Gemälde, das in der Versteigerung 572,00 € für Seenotretter der KNRM erbrachte. Hier hätte ich mit mehr gerechnet. Die Auswertung der Platzierung ergab für uns, für die Crew der „SY Playmate" den 8.Platz in der Gesamtwertung. Ein gutes Ergebnis. 

Mein Fazit dieses Segel-Event: Am Flughafen in Düsseldorf schoss es mir durch den Kopf: Wie blöd bin ich eigentlich, von fast sommerlichen Temperaturen in das nasskalte Lemmer zu fahren. In Erwartung dreier Tage auf einem engen Schiff, mit Leuten die ich nicht kenne, frierend und ständig von einer drohenden Erkältung übermannt zu werden, über das ruppige IJsselmeer  zu segeln. 

Nein, es war völlig anders! Es hat Spaß gemacht, mit dabei gewesen zu sein, wenn über 40 Segelcrews mit Ihren Schiffen  im Wettstreit liegen. Die Crew der Playmate kannte sich und ich war derjenige der neu war. Es war von Anfang an eine gute Stimmung an Bord. Man hat es mir einfach gemacht, mich in der Crew einzugliedern. Nochmals Danke dafür. Mein Interesse an der Teilnahme am 14. Markol-Cup habe ich noch in Lemmer kundgetan.

Mai 2012-Walter Vollstädt

 

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