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Blick achternaus 2014

Wenn wir unser Schiff, die Thalatta, winterfest gemacht haben und diese dann unendlich lange Monate, bis zum nächsten Törn, meist abgeplant verharrt, beginnt für uns Segler die dunkle Jahreszeit.

Noch bis in den November hinein konnten wir 2014, an der Ost und Südküste der Baleareninsel Mallorca, das noch warme Mittelmeer genießen. Ein Privileg, ohne Zweifel. 

 

Dort überwiegt im Herbst in vielen Orten und insbesondere in den Häfen der Insel, eine gewisse Ruhe und ein nicht zu übersehender Müßiggang. Der große Touristenstrom ist verebbt und zu einem Rinnsal mutiert. Erstaunlich viele Charteryachten waren allerdings noch unterwegs. Liegeplätze, in der Saison Mangelware, waren in allen Häfen reichlich und für moderate Preise zu bekommen. Selbst auf Cabrera konnten wir unter den vorhandenen freien Festmachebojen wählen. Der späte Herbst in den Balearen, in diesem Jahr mit fast unglaublichen sommerlichen Temperaturen, ein Seglerparadies. Es ist die Zeit des frühen heißen der Segel, wenn man noch vor dem letzten Büchsenlicht in einem sicheren Hafen anlegen oder einer geschützten Bucht vor Ankergeschirr gehen möchte.

 

Die Tage sind kurz, aber durch einen zeitigen Aufbruch ausgefüllt und intensiv im Erleben. In dieser voran gerückten Jahreszeit steht die Sonne sehr früh am Horizont. Sie erzeugt ausgesprochen intensive Farben, die oft in beeindruckenden Sonnenuntergängen münden. Momente, die zum Fotografieren prädestiniert sind, um mit Hilfe der Bilder, in der nun folgenden Winterzeit, die eigene Gemütslage nicht über Bord gleiten zu lassen. Die „Cala sa Nau“ auf 39°23.574‘N-3°15.162‘E haben wir, mit einem solchen traumhaften Sonnenuntergang vor Augen, gen Westen angelaufen und zwei Tage und Nächte dort geankert. Das meiste Zeit allein. Ebenso einsam war es dann am Strand von „es Trenc“. Ein Strandtag und eine Nacht vor Anker und das Anfang November.

 

Aber unsere Heimat, der Niederrhein, hatte uns dann doch bald wieder. Es war ungemütlich, Nieselregen, Nebel am Morgen und manchmal wurde es den gesamten Tag nicht hell. Hier helfen die vorgenannten Fotos und die nicht lange zurückliegenden Erinnerungen, um die Seele zu puschen.

Es folgten bald die Weihnachtsmärkte mit Glühwein und vielen Freunden, die man nun wieder sah und sprach. Zu Hause loderte am Abend der Kamin und neben einem guten Tee kam auch oft ein guter Roter aus dem Keller ins Glas.

Die ersten Weihnachtsgeschenke trudelten ein. Meist Kleinigkeiten von Freunden oder auch Kunden. Die Unsitte diese sofort auszupacken wollten wir jedoch in diesem Jahr nicht fortsetzten. Erst am Heiligen Abend wollten wir uns darüber freuen. Das auspacken macht doch Freude. Irgendwann lag dann auf unserer Anrichte im Wohnraum ein Päckchen mit dem Absender „Trans-Ocean“.

Was mag es sein? Was schickt mir der Verein? Bestellt habe ich nichts! Habe ich irgendwo einen Gönner?

Die Vereinbarung mit Feli, meiner Frau und Skipperin unserer SY Thalatta, lautet unmissverständlich, dass vor dem Heiligen Abend kein Paket geöffnet wird.

Ich gebe zu versucht zu haben, den dazugehörenden Brief, unbemerkt zu öffnen. Meine Neugierde war verdammt groß. Ein als Schneemann getarntes Siegel hat meine Tat jedoch vereitelt. Es blieb mir nur die Möglichkeit zu warten, was mir ausgesprochen schwer fiel. Täglich kam ich an dem Päckchen vorbei, hob es hoch und empfand, dass es immer schwerer wurde. Meine Ungeduld war es wohl, die das Gewicht immer höher erscheinen ließ.

Der Kalender zeigte den 24. Dezember und unser für heute sicherlich entschleunigtes Tagesprogramm begann. Frühstück in einem schönen Café in unserer Nähe, gegen 12.00 Uhr Treffen mit Freunden in unserem Stammbistro, 17.00 Uhr Weihnacht Gottesdienst in unserer Dorfkirche Hoerstgen am Niederrein, schlesische Bratwürste zubereiten und dann endlich, endlich ging es an die bereitliegenden Päckchen.

Erstes Opfer wurde das Päckchen vom „Trans Ocean“. Meine Überraschung war groß, der Bildband „Legenden des Segelns“ lag vor mir. Ein großformatiges Buch über diejenigen, die unseren Sport maßgeblich geprägt haben. Jedoch erst das beiliegende Schreiben bringt Klarheit darüber, wem ich es zu verdanken habe.

 

Während einer Festveranstaltung des Trans-Ocean Verein im November wurde die Weltumsegelung von Nathalie Müller und Michael Wnuk, mit Ihrer SY Marlin, ausgezeichnet. Während dieser Würdigung fand eine Buchverlosung statt. Ihre kleine Tochter Maya hat dann als Glücksfee meinen Namen unter allen Mitgliedern, die dem Trans Ocean Magazin Reiseberichten zur Verfügung stellen, gezogen.

Der von mir im Trans-Ocean-Magazin erschienene Reisebericht „Mallorca rund im Schneckentempo“ ist bis heute fast 1.500 mal gelesen worden

Eine schöne Überraschung. Danke an den Trans-Ocean, danke an Maya.

Walter Vollstädt, 29.Dezember 2014

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     Blick Achternaus

     am es trenc Strand

   Markt in Porto Cristo

     Cala Molto

     Cabrera

Steinkunst in der Cala de s'Aguila

     Cabrera

     Porto Colom

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