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Mallorca rund im Schneckentempo

Eine Reise ohne Zeitdruck

Rauschefahrt mit volle Segel

an der Strandbar mit Guido in »es trenc«

wir segeln

Sundowner

Sonnenuntergang Ende September am »es trenc Strand«

Kurs Ost

Isla IIIetas

Porto Soller

Cala Caragol

Angelschnur von der Schraube entfernen

vor Anker

Wohin mit dem Fisch

Porto Soller

Pause

Möve, unsere ständigen Begleiter

Zitronen auf der Strasse

bewirtschaftete  Berghütte in der Serra de Tramuntana

Tomaten in allen Farben

Porto Soller

kleine Flamenco Tänzerin

morgendlicher Strandspaziergang

Sonnenuntergang am es trenc Strand

Einfahrt Porto Soller

weiße Sangria mit Cava

ankern an »es trenc« Strand
ankern an »es trenc« Strand

Mitte September, so richtig wissen wir nicht, wohin uns unsere Thalatta bringen soll. Wir einigten uns, ohne eine lange Diskussion, Mallorca zu umrunden und dann einige Wochen in den Pityusen zu verbringen. Aus Erfahrung wissen wir, dass Ibiza und Formentera gerade dann besonders schön sind, wenn der Tourismus stark nachgelassen hat, eben in den Spätsommer- und Herbstmonaten

mit Guido an der Strandbar
mit Guido an der Strandbar

Unser Herbsttörn 2013 ist nun grob geplant. Das Wetter bleibt traumhaft. Hochsommer, Temperaturen um die 30 Grad und laue Sommernächte. Der Strand von »es trenc«, kurz vor Colonia sant Jordi, ist unser erstes Ziel. In türkisfarbenes  Wasser fällt unser Anker am späten Nachmittag auf feinstem Sandgrund. Genau die richtige Zeit mit dem Dingi an Land zu fahren und an der Strandbar zum Sundowner eine weiße Sangria zu trinken. Unser Beiboot ist schnell zu Wasser gelassen, der Außenborder schnell montiert und genauso schnell ist die Crew abreisefertig. Aber unser Jockel springt nicht an. Alle Versuche scheitern. Vor drei Tagen habe ich ihn erst bei der Honda Generalvertretung in Palma abgeholt. Er war nach unserem Sommertörn defekt und sollte dort in der Fachwerkstatt repariert und gescheckt werden. Ich habe mich darauf verlassen. War wohl ein Fehler. Ich hätte ihn in Palma selber prüfen sollen. Wir müssen nun ohne Außenborder auskommen und rudern nun zum Strand.

zum Sundowner eine weiße Sangria
zum Sundowner eine weiße Sangria

Es liegen nur wenige Schiffe vor Anker, meist Tageslieger. Der Strand ist auch nur mäßig besucht. Nachsaison, wir genießen die Ruhe, die Weite und die traumhafte Lage. Den Tag beginnen wir mit einem langen Strandspaziergang und belohnen uns an der Strandbar mit einem Cafe sowie einer Ensaimada, eine auf ganz Mallorca bekanntes und sehr beliebtes süßes Gebäck. Zurück auf unserem Schiff sind meist kleinere Dinge zu erledigen. Schwimmen, lesen und Müßiggang füllen den Rest des Tages. Gegen späten Nachmittag kommen unsere Ruder wieder zum Einsatz. Zum Sonnenuntergang, zum Sundowner mit einer weißen Sangria zieht es uns wieder an die Strandbar von »es trenc«. Hier sitzen wir nun mit den Füßen im Sand, vor uns eine Sangria im Literkrug. Gelblich schimmernd, Eiswürfel die oben schwimmend außen das Gefäß beschlagen lassen. Klein geschnittene Äpfel, Orangen, Limonen und Melonen geben diesem süffigen Getränk einen erfrischenden Charakter. Ja, so lässt es sich leben. Immer wieder erstaunlich sind die Begegnungen in Häfen, Buchten oder wie hier an einer Strandbar. Wir kommen ins Gespräch mit unseren Tischnachbarn und erfahren, dass einer der Gruppe, Guido, sein Schiff, die »SY Playmobil«, im Yachthafen von Hindeloopen am IJsselmeer liegen hat und wir dort gemeinsame Freunde haben. Nicht genug der Gemeinsamkeiten. Die vier gehören zu einem Charterschiff, deren Crew aus Hausverwaltern besteht. Also alles Berufskollegen von mir. Was hält das Segeln doch für Überraschungen bereit. Zurückrudern zu unserem Schiff brauchen wir nicht. Unsere neuen Bekannten ziehen uns mit ihrem Dingi bis zu unserer Thalatta. Für den Abend haben wir eine Einladung auf ihr Schiff, der »SY Marjana«, eine Bavaria 55. Nicht nur der sternenklare Nachthimmel und die  Temperatur einer lauen Sommernacht machen aus dieser Einladung einen schönen Abend, sondern auch die Begegnung mit den anderen Crewmitgliedern und Berufskollegen ist ein seltenes Erlebnis. 

Nach vier Tagen Traumstrand geht es weiter, zumal das Wetter schlechter werden soll. Ostwind um die 6 Beaufort ist die Vorhersage. Wir fahren 90 Grad, hoch am Wind, nur unter Groß, in Richtung Cabo Salinas. Die Welle direkt von vorne. Der Windmesser bleibt zwischen 22 und 26 Knoten Ost. Erst als wir das Leuchtfeuer achterlicher als Querab haben, wird unsere Fahrt komfortabel.

Wir segeln bis Porto Cristo und machen fest im Stadthafen/ Portsib. Neben uns die SY „Irreversible“, eine 31 Fuß Westerly. Sascha der Eigner, ein 25 jähriger Bayer, hat sich eine Auszeit genommen und will mit seinem Schiff in die Karibik. Die Dauer seiner Auszeit bestimmen seine Mittel. Zur Zeit liegt er jedoch hier in Porto Cristo mit erheblichem Motorschaden. Ein sympathischer junger Mann, von dem wir hoffen, dass er seine Träume leben kann. ( www.westerly-goes-west.com) Wir lernen Frank und Tina von »SY FRATI«, einer Sunbeam 42, kennen. Auch deren Traum ist die Reise. Zuerst einmal über den Atlantik »und dann mal sehen«.

Junggesellenabschied in Porto Cristo
Junggesellenabschied in Porto Cristo

Nach dem Besuch eines Supermarktes werden wir Zeugen eines skurilen Junggesellenabschieds. Ein in roter, femininer Kleidung gesteckter junger Mann, ist an einer Ampel gefesselt und muss das Bewerfen mit kleinen Wasserbehältnissen über sich ergehen lassen. Seine Freunde sorgen jedoch dafür, dass er nicht verdurstet. Auf einer Art Thron wird er anschließend durch das Hafenviertel getragen, nicht ohne unserem Schiff , unter den Beifallsäußerungen seiner Freunde, einen Besuch abzustatten.

Wir bleiben drei Tage und entscheiden uns für Cala Ratjada als nächsten Hafen. Hier liegen wir am Anleger der Hafenverwaltung Portsib zunächst alleine, aber die Armada der Charterschiffe sitzt uns im Nacken. Dass es die kleine Bar unmittelbar neben dem Anlegersteg noch gibt freut uns. Hier einen Cafe oder ein Cerveza zu trinken ist immer wieder schön. Der Kontakt zu anderen Skippern ist hier fast garantiert. Das man auch gut und günstig Fisch auf der neu geschaffenen Terrasse essen kann, war uns neu. Was treiben wir sonst noch hier? Wir lernen einen kleinen aber feinen Strand in Hafennähe, direkt hinter dem Park der Privat Villa March, kennen. Amüsieren uns auf der Hafenpromenade und erleben ein tolles Konzert mit Andreu Galmes und Band in der Kultkneipe „cafe tres“. Wir frühstücken im »Cafe Nohas« und halten den Ansturm der Charterflotte aus. Nach dem Abendessen zieht es uns immer wieder ins „cafe tres“, wie so viele. Hier ist auch immer etwas los, immer gestossen voll, die Stimmung gut, die Bedienung flott und man bleibt nie alleine. Direkt am Eingang, an einem Stehtisch sitzend, trauen wir unseren Augen nicht. Die Welt ist klein und auf Mallorca wohl komprimiert. Hartmut Schymitzek, unser Masseur aus Krefeld, der uns ganz schön wieder auf die Beine gebracht hat, steht mit seinem Bekannten vor uns. Da beide dem Segeln zugetan sind hat der Abend keine Langeweile. Es gibt viel zu erzählen. Ein lustiger, feuchtfröhlicher Abend entlässt uns erst weit nach Mitternacht. Auch hier in Cala Ratjada bleiben wir drei Tage. 

Die Sonne brennt uns auf den Pelz. Ohne Schuhe über unser Teakdeck zu laufen ist uns nicht anzuraten. Die Füße würden Brandblasen bekommen. Das Cabo Pera lassen wir an unsere Backbordseite. Ein leichter Ostwind schiebt uns gemächlich voran. Mehr als drei Knoten sind nicht drin. Macht nichts, wir haben Zeit. Zeit ist der eigentliche Luxus. Uns fällt ein, es ist Llampuga Zeit. Die Llampuga ist eine Goldmakrele, die in großen Schwärmen durch das Mittelmeer, insbesondere im Seegebiet der Balearen, wandert. Deren eigenartiges Verhalten wird ihr zum Verhängnis, denn sie sammeln sich gerne unter im Wasser schwebenden Teilen. Fischer nutzen Spezialnetze und schmeißen einfach Bretter oder sonstige schwimmende Gegenstände ins Wasser. Die Llampugas umkreisen den vermeintlichen Schutz und das Netz muss nur noch hochgehoben werden. Intelligenz siegt.

Badebucht im Norden
Badebucht im Norden

Auch wir bringen unser gesamtes Angelgeschirr aus. Keine Wolke am Himmel. An den Ausläufern der Gebirgszüge, hier im Norden, reiht sich ein Strand an dem anderen. Von der etwas oberhalb erkennbaren spärlichen Vegetation wechselt das Landschaftsbild von dunkelbeige bis zu hell sandfarbenen Tönen. Fast gelblich wirkt der Strand, wenn er ins Wasser abfällt. Nun werden unsere Augen von grünen, blauen und türkisfarbenen Farbnuancen fast überreizt. Wir wollen unseren Anker werfen. Bei drei Meter unter dem Kiel fällt er auf Sand. Wind gleich null. Wir rücken unser Grundeisen ein. Genau das hätten wir nicht tun sollen. Die Angeln, verdammt noch mal die Angeln haben wir in unserer Gier nach einer blauen Lagune vergessen. Natürlich war an der Nylonschnur kein Llampuga sondern unsere Schraube, um die sich diese Angelschur gewickelt hat. Das entspannte Badevergnügen fällt nun buchstäblich ins Wasser. Tauchausrüstung klar machen und die Schraube von diesem unliebsamen Schmuck befreien. Nach über einer Stunde war alles getan.

In der Nähe des Hafens
In der Nähe des Hafens

Wir können bis zum Yachthafen Alcudiamar segeln und machen dort fast mit dem letzten Büchsenlicht fest.

Die Sonne und die Aufregung mit der Angelschnur hat Kräfte in mir verbraucht, die mich dann in der Folge Fehlentscheidungen treffen lassen. Wir suchen uns ein Lokal an der Hafenzeile aus, wovon ich glaubte, dass es das ist, in dem ich bei meinem letzten Besuch sehr gut gegessen hatte. Insbesondere die von mir so favorisierte Lammkeule. Aber wie soll es auch anders kommen, habe ich mich genau auf die falsche Terrasse gesetzt. Auf Feli wollte ich nicht hören. Jetzt bin ich selber schuld. Es war eine Katastrophe, das habe ich dem Kellner auch gesagt. War ihm aber völlig egal. Ein kurzer Spaziergang auf die Touristenmeile lässt uns an einem Restaurant halten, auf dessen Terrasse Livemusik geboten wird. Ein freundlicher spanischer Entertainer unterhält sein Publikum mit Halbplayback. Er singt und spielt Gitarre und Saxophon. Er macht dies nicht schlecht. Um jedoch seine Professionalität zu untermauern, tritt er hin und wieder auf einen Knopf, der einen unbändigen Nebelstrahl auf ihn selbst in Gang setzt. Für einen Moment ist er nicht mehr zu sehen. Bei meinem letzten Törn mit meinen Freunden vor zwei Jahren haben wir ihn „ Das singende Dampfbügeleisen“ genannt. Damals so wie heute hatten wir unseren Spaß. 

Was tun wir hier in Alcudia eine Woche lang?

Die Bordfahrräder werden flott gemacht. Unsere Tour durch die Bahia de Alcudia in Richtung Can Picafort führt lange nur am Strand entlang. Die Strecke ist schön und abwechslungsreich, aber sie zieht sich. Irgendwann geht es nur noch auf einem Fahrradweg an der Hauptstrasse entlang. Hier ist es jedoch öde. Bettenburgen an Bettenburgen und in den pseudo Supermärkten sieht man nur Getränke und Strandbedarf. Fastfood Läden und Autovermieter runden das langweilige Angebot ab und alle 200 Meter wiederholt sich alles. Hier möchte ich keine drei Tage Urlaub machen. 

Wir essen im BOTEL am Hafen
Wir essen im BOTEL am Hafen

Nach gefühlten zwei Stunden habe ich keine Lust mehr zu radeln. Wir fahren zum nächsten Strandpavillion, gehen schwimmen und beobachten die Kitesurfer, die heute beste Bedingungen vorfinden.

Wie so oft treffen wir Bekannte. Freunde der »SY NAJÖ«, Nachbarn aus Arenal, liegen hier mit ihrem Schiff. Wir kennen sie auch gut und verbringen einige Stunden mit den beiden. 

Auch heute Abend führt uns unser Weg in die Bar Titanic. Heute Abend Live Musik mit Bernado & Steffi stand auf einem Plakat im Hafen. Das hat sich wohl rumgesprochen, denn es ist voll in der Bar Titanic. Kein Stuhl scheint frei zu sein, aber wir haben Glück, genau in dem Moment als wir die Terrasse betreten, verlassen zwei Frauen ihren Platz. Wir bekommen ein tolles Konzert geboten. Besonders gefallen mir die instrumentalen Gitarren Solo‘s von Bernado. 

Eine Woche reicht, die Leinen sind los. Wir können segeln und steuern unser Schiff in die Bahia de Pollensa. Im Schutz der »Isla de Formentor« wollen wir die Nacht verbringen und das berühmte »Hotel Formentor« besuchen. Die Palmen und die Pinien wachsen hier bis fast ans Wasser und es gibt keine nennenswerte Bebauung. Einer der schönsten Flecken Mallorcas. Ankern ist hier allerdings nicht erlaubt. Aus diesem Grunde werden hier Bojen vorgehalten. Aber unsere Enttäuschung ist groß. Alle Bojen sind eingeholt worden. Trotzdem hier zu ankern erscheint uns zu gefährlich. Die drohende Geldstrafe ist erheblich. Eine andere Lösung muss her. Nach Pollenca wollen wir nicht. Einen Ankerplatz an der Nordwestküste suchen wäre eine Möglichkeit oder die fast 40 Sm bis Porto Soller im Kielwasser liegen lassen. Wir einigen uns auf das Letztere.

Gegen Mittag runden wir das Cap Formentor. Die Mallorquiner nennen diesen Ort auch Treffpunkt der Winde. Die Thalatta fährt entlang der Serra de Tramuntana unter Segeln. Die Wellen tun ihr übriges hinzu und schieben uns in Richtung Porto Soller. Es läuft super, sodass wir davon ausgehen, noch vor Anbruch der Dunkelheit den einzigen Hafen an der Nordwestküste zu erreichen. Unsere Rechnung geht auf, fast eineinhalb Stunden früher als gedacht machen wir unsere Thalatta am Schwimmsteg  von Portsib in Porto Soller fest. 

Auch hier in Porto Soller wird uns nicht langweilig. Irgendwie passiert ständig etwas, was uns nicht abreisen lässt. 

Porto Soller
Porto Soller

Wir treffen Nachbarn aus unserem Club, die Crew der SY Sunshine, Martina und Lothar. Wir bekommen Nachbarn. Zwei Schiffe mit ungefähr 25 polnischen Jugendlichen. Die erwartete Unruhe blieb aus, dank der sehr umsichtigen Betreuer. Wir fahren mit der fast auf den Tag genau 100 Jahre alten Straßenbahn nach Soller zum Frühstück. Wir wandern zum Leuchtfeuer Cap Gros und besuchen das »Refugio Muleta«. Von hier aus läuft Feli alleine bis Soller und kommt mit der Straßenbahn ein paar Stunden später zurück zum Hafen. In der Bilge unseres Schiffes steht Wasser, Süßwasser. Wir haben keine Ahnung warum. Drei neue Nachbarn machen fest. Die Schiffe sind übervoll, besetzt mit jungen Leuten aus Russland. Krach, Geschrei, Saufen bis zu umfallen und das alles bis zum frühen Morgen. Da kommt was auf uns zu. Wir verlegen uns in die Marina Tramuntana. Nicht wegen den lärmenden Russen, die fahren heute sowieso weiter. Wir brauchen Strom und Wasser und das gibt es am Schwimmsteg nicht. In der »Bar Marysol«, direkt gelegen im kleinen historischen Bahnhof, haben wir einen guten WLAN Zugang. Hier trinken wir morgens nun unseren Cafe und lesen die WAZ aus Moers, eben digital. Spätestens gegen 11:00 Uhr kommt Bewegung in den Ort. Jede Straßenbahn hat nun drei Wagons im Schlepptau und karrt die Massen in den Hafen. Im geordneten Gänsemarsch geht es dann zu den Ausflugsschiffen um die »Cala de sa Calobra« in Batallionsstärke zu erobern. Nur wenige brechen aus. Wir sehen aber auch eine beträchtliche Anzahl von Wanderern, die von hier in die »Serra de Tramuntana» aufbrechen. Ein schöner Platz die »Bar Marysol«

Wir wollen malwieder aktiv sein. Der ehemalige Wachturm »Sa Torre Picada«, gelegen über den Klippen ist nun unser nächstes Wanderziel. Unser Weg führt vorbei an der sogenannten Felsnadel,  einem sehr markanten, einzeln und von anderen Felsen isoliert, schräg stehender Fels mit einer spitzen Form. Nach zwei Stunden erreichen wir eine bewirtschaftete  Berghütte. Der spektakuläre Blick auf die Küstenlinie der Serra de Tramuntana entschädigt für die auf uns genommene Mühe. Der rührige Betreiber der Hütte versorgt uns mit dem Wenigen was er anzubieten hat vortrefflich. Für den Abend haben wir uns einen Tisch im besten Hotel reserviert. Im Hotel »Es Port«, ein zu einer Festung ausgebautes Herrenhaus mit einer alten Olivenölmühle aus dem 17. Jahrhundert, wollen wir heute zu Abend essen. Wir bekommen einen wunderschönen Platz auf der Gartenterrasse, bedienen uns an dem vorzüglichen Buffet, hören danach bis Mitternacht einem Gitarristen zu, der sein Instrument perfekt beherrscht und laufen durch die beleuchtete pittoreske Parkanlage des Hotels zurück zu unserem Schiff. Ein Buffet ist immer so gut wie die Klasse des Hotels. Wir suchen uns immer das möglichst beste Hotel aus und reservieren. Dabei stellen wir immer wieder fest, gern gesehene Gäste zu sein. Die Kosten halten sich immer in Grenzen. Sie sind meist günstiger als in einen Restaurant. 

Eine Woche sind wir nun schon hier in Porto Soller. Heute soll es weiter gehen. In Sant Elm wollen wir vor Anker gehen und einige Tage in dem noch sehr warmen Mittelmeer schwimmen und dem Müßiggang nachgehen.

Sonnenaufgang in IIIetas
Sonnenaufgang in IIIetas

Nach wie vor haben wir Süßwasser in der Bilge. Mittlerweile glauben wir zu wissen, woher das Wasser kommt. Nur wir kommen nicht an die undichte Wasserleitung, da diese unterhalb der Batterieblöcke liegt. Wir müssen weiter Wasser schöpfen und warten mit der Reparatur bis wir wieder in unserem Heimathafen sind. Dort haben wir bessere Möglichkeiten.

Wind gleich null, wir fahren unter Maschine. Die Foradada, ein bekannter Felsvorsprung mit einem markanten Loch, passieren wir auf unserer Backbordseite. Gegen frühen Nachmittag fahren wir in die Meerenge zwischen Mallorca und Sa Dragonera ein. Wind aus südwestlicher Richtung, um die vier Beaufort empfängt uns. Ankern in einer Bucht wäre jetzt sehr ungemütlich. Wir entscheiden uns dagegen und fahren weiter bis Port Andratx. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten können wir am Gemeindesteg/Portsib anlegen. Wir bleiben nur zwei Nächte. Mehr Zeit wollten wir in dem deutschesten Ort Mallorcas nicht verbringen. Die Skipperin setzte sich jedoch mit der Forderung durch, noch mindestens eine Nacht vor Anker in einer schönen Bucht zu verbringen. Hinter der Isla de IIIetas fällt unser Anker auf Sand. Windgeschützt und fast alleine erleben wir den Sonnenuntergang und eine sternenklare Nacht. 

Heimreise steht nun auf unserem Programm. Stahlblauer Himmel, Wind der etwas stärker sein dürfte und nach wie vor sommerliche Temperaturen begleiten uns in Richtung Heimathafen. Wir weigern uns die Maschine zu starten. Die Thalatta segelt bis kurz vor dem Hafen.

Wir wollten um Mallorca segeln und dann einige Wochen in den Pityusen also auf Ibiza und Formentera verbringen. Aber an allen von uns angelaufenen Plätzen,  sahen wir keinen Grund in Eile weiterzureisen. Viele Dinge hielten uns fest: neue Freunde, alte Freunde, Landschaften und Orte, gelebtes und erlebtes Leben, eben das Normale hielt uns auf. Das alles ohne Zeitdruck zu betrachtet, das ist Luxus.

Telefonisch haben wir einen Krantermin vereinbart. Unser Schiff braucht einen neuen Unterwasseranstrich und muss poliert werden. Die Arbeiten geben wir in Auftrag. Mit großem Aufwand finden wir die schadhafte Wasserleitung. Vor einiger Zeit ausgelaufener Diesel ist in die Bilge geraten, dort wo alle Schläuche, Leitungen und Kabelbäume liegen. Der Warmwasserschlauch hat dieses nicht vertragen und hat sich völlig aufgelöst. 

E N D E

©Walter Vollstädt

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